Mäuse in der Eifel – Herbsttreffen der Gespannfahrer
Nein, es geht nicht um die kleinen Nager, die sich regelmäßig ihr Winterquartier in unserer Hütte einrichten. Bei der Deutschlandfahrt 2005 nach Zell an der Mosel gab es an der Nebenkontrolle in Neroth die Frage nach der Anzahl Mäuse auf dem Rand der Baumscheibe. Die Ausarbeitung der Frage erfolgte damals, an Rosenmontag 2005 mit etwa 10 cm Schnee auf dem Mäuerchen. Gezählt haben wir zu viert. Da Mäuse aber bekanntlich selten stillsitzen und sich gerne verstecken oder vermehren, konnte die Anzahl nie genau ermittelt werden, was schlussendlich dazu führte, dass die Frage aus der Wertung genommen wurde.

Das zugehörige Mausefallenmuseum in der letzten, inzwischen stillgelegten Drahtflechterei, hatte in den folgenden Jahren geschlossen, ungünstige Öffnungszeiten oder war im Umbau. Vor einigen Jahren kamen zu der ehemaligen Werkstatt auch ein Ausstellungsraum und ein Vortragsraum in der ehemaligen Grundschule dazu. Obwohl wir immer mal wieder dort vorbeigefahren sind, hat es 20 Jahre gedauert, bis wir im Rahmen des Herbstwochenendes der Gespannfahrer dort eine Führung gebucht haben. 16 Motorradfahrende mit 12 Gespannen und ein Solofahrer haben sich Mitte November auf die verschlungenen Wege der Eifel begeben, um etwas über vergangene, unbekannte Handwerkstechniken zu lernen. Das Wetter war herbstlich aber trocken, so dass die Anfahrt auf etwa 100 km ausgedehnt wurde.

Drahtwarenherstellung in wenig mechanisierter Handarbeit war für Neroth ein Alleinstellungsmerkmal über viele Jahre. Die Herstellung in Heimarbeit und der Vertrieb durch wandernde Händler hat für einige Familien in der rauen Eifel die Lebensgrundlage in schwierigen Zeiten sichergestellt. Mäusefallen mit den verschiedensten Systemen, Drahtkörbe, Nudelsiebe, Schöpfkellen und Schneebesen sind heute im Museum mit den dazugehörigen Herstellungswerkzeugen zu bewundern. In der Schule gab es dazu einen Film und einige Erklärungen über die Drahtwarenherstellung und die Ortsgeschichte. Der Film dokumentierte 1980 mit den letzten gelernten Drahtflechtern die verschiedenen Tätigkeiten zur Herstellung der filigranen Drahtwaren.

Die Frage, wie viele Mäuse auf dem Mäuerchen sitzen, haben wir übrigens immer noch nicht abschließend geklärt. Da es uns nach der über zweistündigen Führung zu Kaffee und Kuchen in ein bereits reserviertes Café an ein nahegelegenes Maar drängte, haben wir das Nachzählen vergessen. Die Frage nach der Mäusezahl bleibt also vorerst weiter offen und ist sicher nicht das einzig noch Unbekannte in der immer wieder überraschenden Eifel.

Ansonsten war es, wie schon öfters, ein schönes gemütliches Wochenende in der Eifel. Nette Leute, am Freitag Gemüseeintopf für alle, samstags gemeinsames Grillen und nette Gespräche am Kamin oder Lagerfeuer. Das Wetter war, wie auch schon öfters erlebt, besser als angesagt. Nach Norden wurde es erst am Sonntagnachmittag ab Münstereifel feucht, aber da wäre ohne Nebel das heimatliche Rheinland ja schon in Sichtweite.
Link zu Neroth und Museum: https://neroth.de/index/tourismus/mausefallemuseum
Link zum Film des LVR: https://youtu.be/fC36MlIEY94?si=gfJD0vjXm3u3ZHdt
Tipps für interessante Ziele für eine Ausfahrt nehme ich gerne entgegen.
Michael Tubes


